Der Kampf mit dem Beton

Tilman, 14. Juli 2022, 08:04 Uhr
Themen: Baustoffe | Böden

Da stand er plötzlich um 18:30 Uhr abends: Der LKW mit dem Beton für unsere Bodenplatte im Heizungsraum. Und damit war der Feierabend schlagartig vorbei. Aber fangen wir von vorne an.

Seit zwei Wochen liegt bereits die Bewehrung für die neue Bodenplatte an Ort und Stelle. Das Material haben wir uns durch einen Freund liefern lassen. Zuvor hatte ich schon rundherum Taschen in die Wände gearbeitet, damit die Bodenplatte mit jeder zweiten Stange in der Wand verzahnt wird. Sollte irgendwann einmal ein Teil der alten Betonplatte schlapp machen, sollte die neue darüber weiterhin tragfähig sein. Bei den drei Türdurchbrüchen liegt die Bodenplatte sogar vollflächig auf dem Streifenfundament auf.

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Fun Fact am Rande: Nachdem ich einen Dreivierteltag mit Zange und Draht die Eisen miteinander verdrillt hatte, kam mein Sohn abends vorbei, schaut sich das Werk an und meint, er hätte mir von der Arbeit einen Driller mitbringen können. Damit wäre die Arbeit in einer Stunde erledigt gewesen.

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Da stand er also, der LKW mit unserem Beton. Ich muss zugeben: Beeindruckend war er schon mit seinem riesigen Rüssel. Das wäre mal wieder genau das richtige Spielzeug für mich gewesen, doch bevor ich mich noch weiter mit dem Gedanken beschäftigen konnte, sprudelte der Beton schon aus dem Schlauch und musste verteilt werden. Damit sprangen meine Gedanken in den Folgeminuten schon auf die Frage um, ob die alte Betondecke der Güllegrube darunter die 5 Tonnen Mehrbelastung trägt, bis der Boden ausgehärtet und selber tragfähig ist.

Die Anweisungen, die man mir als Betonanfänger gab, lauteten schlicht: "Mit einem Rechen entlüften und anschließend mit einer langen Latte abpatschen". Okay, also erstmal mit dem Rechen verteilen und ordentlich drin herumstochern, um eventuelle Luftblasen zum Aufsteigen zu überreden. Dann die Alulatte schnappen und einmal quer sowie einmal längs abpatschen, um alles schön gleichmäßig zu kriegen.

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Beim zweiten Durchgang war ich dann etwas irritiert: Auf der Hälfte kam mir der Beton schon merkwürdig zäh vor. Der war doch vor Kurzem noch flüssiger?!? Eine Minute später stand ich dann an einer Stelle schon auf dem Beton und bin nicht mehr eingesunken. Hinter mir waren aber noch über dreieinhalb Meter verteilt meine Fußstapfen 15 Zentimeter tief im Beton!

Nun ging der Stress los: Mit jeder Minute wurde es schwerer, mit der Latte den Beton zu verteilen und die Löcher der Fußabdrücke zu verschließen. Irgendwann konnte ich mir noch nicht einmal mehr sicher sein, ob ich die Löcher bis auf den Grund oder nur oberflächlich verschlossen habe. Da half nur mit den Händen nachzumatschen, um auf Nummer sicher zu gehen.

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Der Boden war zu diesem Zeitpunkt, naja, nennen wir es halbwegs waagerecht. Mehr aber auch nicht. Also schnell ein paar Bretter gesucht, um ohne Abdrücke zu hinterlassen auf den Beton zu kommen und mit einer Glättkelle eine glatte Oberfläche zu erzeugen. Was anfangs noch relativ gut ging, wurde mit der Zeit immer schwerer. Zum Schluss ähnelte die Aufgabe eher dem Verreiben von Estrich, also mit Kraft und Geschick irgendwie ein bisschen Feuchtigkeit nach oben reiben.

Das Ergebnis nach 4 Stunden Schufterei kann sich für einen Anfänger-Betonboden wohl sehen lassen. Das nächste Mal weiß ich Bescheid: Nicht eine Minute verschwenden, sondern den Beton so schnell es geht glatt ziehen.

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