Der letzte Dreck

Tilman, 24. Mai 2020, 22:09 Uhr

Der Titel ist bitte wörtlich und nicht sprichwörtlich zu verstehen: Wir haben die letzte Decke zwischen dem Esszimmer und meinem Arbeitszimmer rausgerissen und das letzte Mal richtig Dreck produziert. Da sich der Staub trotz sorgfältigem Abkleben aller Türen tage- und wochenlang im ganzen Haus absetzt, sind wir beide froh, das wir das Kapitel "Decken rausreißen" hiermit abschließen können.

Die alten Dielen im Arbeitszimmer wurden zuvor vorsichtig ausgebaut. Das war teilweise gar nicht so einfach, da man an einigen Stellen zur Unterstützung der Nägel fette 6x100 Senkkopfschrauben durch die Dielen gejagt hat. In einigen Fällen sogar so weit, bis der Schraubenkopf auf einer Seite des Flachschlitzes angebrochen ist, so dass er mir beim Versuch des Herausschraubens abgebrochen ist. Zum Glück ließ sich in allen Fällen mit dem Dremel und Minitrennscheibe ein neuer Schlitz quer zum alten in den verbleibenden Kopf schneiden.

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Relativ verwundert waren wir über die Schlackeschüttung im Fehlboden, denn außer über dem Wohnzimmer (dem einzigen Raum mit einem Ofen) gab es im ganzen Haus keine Schlackeschüttung in den Böden. Umso spannender war jedoch, was wir darunter fanden: Als Einschübe hat man die alten Fensterläden von dem Haus, welches zuvor an dieser Stelle stand, verwendet. Somit hatten wir auf einen Schlag einen ganzen Berg voll barocker Fensterbänder.

Nach dem Entfernen von Schlacke und Einschüben wurde die Decke auf die bewährte Methode entfernt: Sie wird mit der Säbelsäge parallel zu den Balken in vier große Streifen zerteilt und dann nach unten weggeschlagen. Danach kommt die unliebsame Aschenputtelarbeit: Schalbretter, Schilf und Putz müssen ordentlich getrennt werden. Das Holz ist ein erstklassiger Brennstoff für die Feuerschale und der Putz kommt frei von organischen Stoffen in unsere Schuttgrube.

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Vor dem Aufbau der neuen Decke mussten die Balken noch mit der Fächerbürste gereinigt werden. Zum Glück ist es das letzte Mal, dass ich mit Atemschutzmaske schwitzend in staubgetrübter Luft auf der Leiter stehe. Im Anschluss wurden wie in den anderen Räumen Winkelprofile an den Balken befestigt. Habe ich mir anfangs noch schwer getan, die Profile trotz krummer und ungleicher Balkenhöhe nivelliert anzubringen, ist das mittlerweile Routine.

Im Anschluss wurden die Deckenplatten eingepasst und verstärkt. Da wir in dem Raum darunter noch kochen, bis unsere Küche fertig ist, wird die Decke vorerst noch nicht mit Fermacell-Platten verkleidet. Eventueller Fettnebel lässt sich von den OSB-Platten deutlich leichter abwaschen, als von Gipsfaserplatten.

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Natürlich sind wir nicht bis letzte Woche untätig gewesen. Für das Schlafzimmer ist das nächste Fenster einbaufertig hergestellt, drei weitere Kästen sind fertig, die Türen brauchen nur noch einen Feinschliff und müssen geölt werden. Es hat sich eine Menge Material angesammelt, das nun nach und nach verbaut werden kann.

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