Ein Fliesenspiegel und etwas Putz

Tilman, 22. Mai 2026, 08:47 Uhr
Bevor es an den Boden geht, will ich zumindest die Wände verputzt haben, da sich die Putzstärke in einzelnen Fällen durchaus auf die zu befliesende Bodenfläche auswirken. Wie gut diese Entscheidung war, sollte sich bald zeigen.

Zuerst musste in der Küche jedoch noch der Fliesenspiegel geklebt werden. Das sollte auch gleich mein erstes Übungsobjekt sein, denn Fliesenarbeiten sind absolutes Neuland für mich. Damit es nicht ganz so leicht wird, haben wir uns für Fliesen entschieden, die klein, krumm und wellig sind. Damit waren Fugenkreuze aus dem Rennen und ich musste mich auf einen Kreuzlinienlaser als Orientierung verlassen.

Letztendlich bin ich mit meinem Erstlingswerk jedoch sehr zufrieden. Selbst die Ausbrüche für die Steckdosen sind sauber gelungen, was dafür spricht, dass ich die Fliesen zumindest in diesen Bereichen gut verklebt hatte. Einen mittelschweren Kampf hatte ich lediglich mit der Fugenmasse: Von den 25 Minuten Verarbeitungszeit wusste sie offensichtlich nichts, denn sie wurde schon nach 5 Minuten richtig steif. Das Fugbrett statt eines Fugenspachtels zu nehmen, war ebenfalls eine schlechte Wahl: So sammelte sich massenweise Fugenmasse in den Vertiefungen der unebenen Fliesen, die nachher mit viel Wasser wieder runter geschrubbt werden musste, was wiederum zur Folge hatte, dass die Fugen stellenweise leicht fleckig wurden.

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Das Verputzen von Flur und Küche war danach eigentlich fast schon Routine. Tja, wenn ich nicht ein paar Jahre zuvor beim Verlegen der Heizungsrohre ins OG so naiv gedacht hätte, dass man hinter den Rohren schon irgendwie später verputzen könnte. Eine durchgängig gleichmäßige Struktur hinter den Rohren vorbei in den Putz zu pinseln, erwies sich als echte Herausforderung und ich habe mich ordentlich und lautstark verflucht. Wenigstens diese Wand hätte man damals verputzen sollen, bevor die Rohre ins OG verlegt werden.

Da sich der Blendrahmen aus der Küche zum Flur stark verzogen hatte, musste ich an dieser Stelle gute zwei Zentimeter Putz auftragen, bis die Kanten des Rahmens umfasst wurden. Wie gut, dass ich nicht vorher gefliest hatte, denn dann hätte ich den Putz bis über die Fliesen gezogen.

Eine besondere Herausforderung war ein Bereich, in dem zwischen Deckenbalken und Wand keine zwei Zentimeter Luft sind: Schon das Auftragen des Putzes in dem schmalen Spalt gestaltete sich als sportliche Herausforderung. Um die Struktur in den Putz pinseln zu können, musste ich überhaupt erstmal einen Pinsel finden, der schmal genug ist aber vergleichbar grobe Borsten hat, wie der Quast, mit dem ich normalerweise den Putz verstreiche. Ein leichter Unterschied ist zwar in der Struktur zu erkennen, doch da man eher selten direkt in den Spalt schaut, ist dieser Umstand akzeptabel.

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Nun wollten wir auch endlich wissen, wie es um die Treppe ins OG stand: Irgendwann wurde sie offensichtlich mal saniert, weil die Weichholzstufen vermutlich ausgewaschen waren. Was wir schon wussten: Die Kanten der alten Stufen wurden abgesägt und man hat Pressspahnbretter mit einer neuen Kante auf die alten Stufen gesetzt und mit PVC beklebt.

Wir wussten bis zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht, wie die Pressspahnbretter befestigt wurden. Sie hätten genagelt, geschraubt oder verleimt sein können. Die letzte Option hätte einen extremen Aufwand bedeutet, doch selbst verschraubte Bretter hätten bedeutet, erst mühsam den verklebten PVC-Boden abzuspachteln, um an die Schraubenköpfe zu kommen.

Nachdem wir die erste Stufe vom PVC-Boden befreit hatten, stellte sich jedoch heraus, dass wir Glück haben: Die Bretter wurden lediglich mit Drallnägeln auf die alten Stufen geschossen. Damit war die restliche Arbeit ein Kinderspiel: Danke der stabil ausgeführten Kante ließen sich die Bretter problemlos mit einem Kuhfuß abhebeln. Allerdings steht nun auch fest, dass wir mit der Sanierung nicht allzu lange warten können: Wer Schuhgröße 48 oder größer hat, kommt die Treppe nur noch auf den Fersen runter.

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