Putzarbeiten im EG

Tilman, 18. Mai 2018, 22:34 Uhr
Themen: Baustoffe | Mauerwerk | Wohnhaus

Grundputz

Noch vor wenigen Wochen sahen Küche und Flur katastrophal aus: Bündel von Leerrohren durchzogen in Schlitzen den alten Grundputz oder waren mit Lochband an den blanken Backsteinwänden befestigt. Mittlerweile wurden alle Schlitze verputzt und der Grundputz in den fehlenden Bereichen neu aufgetragen.

Zuvor wurde noch eine neue Kamintür auf Anraten unseres Kaminkehrers eingebaut. Da sich die Erbauer damals viel Mühe gegeben haben, den Kamin von innen mit Mörtel schön glatt zu streichen, habe ich das natürlich auch wieder gemacht. Da das Anmodellieren nur von Hand geht und der feuerfeste Mörtel überdies ein extrem klebriges Zeug ist, zählt diese Arbeit nicht gerade zu meinen Lieblingsaufgaben. Ich hoffe, den Kaminkehrer freut es wenigstens.

Foto vergrößernFoto vergrößernKüche vorher und nachher. Da im Bad ganz sicher kein Feuer mehr zum Heizen des Badewassers benötigt wird, wurde ein Kaminanschluss verschlossen und der andere vorsorglich erneuert.
Der Putz an der Kante des Kamins muss noch verrundet werden.


Foto vergrößernFoto vergrößernFlur vorher und nachher. In letzter Sekunde haben wir uns doch für Wandleuchten entschieden und noch zwei Dosen dafür in die Flurwand gesetzt.

Foto vergrößernFoto vergrößernDen Putz hinter dem Balken hochzuziehen erwies sich als echte Herausforderung, da der Balken nicht parallel zur Wand verläuft. Am Ende sind rund 5 Zentimeter Luft, vorne an der Haustür jedoch nur knapp 1,5 Zentimeter.

Deckputz

Ja, die erste Wand im Haus hat ihren endgültigen Deckputz. Der Grund dafür ist einfach: Ich wollte die Wand im Teppenhaus in einem Stück durchgehend verputzt haben bevor die Treppe zum Dachboden wieder rein gehoben wird. Eine ganz bestimmte Vorstellung, wie es aussehen soll, hatte ich seit langem. Eine grobe Ahnung, wie es umzusetzen ist, ebenso. Ob es aber tatsächlich so gut wird, dessen war ich mir überhaupt nicht sicher.

Klar war: Der Deckputz musste mehr oder weniger ordentlich aufgebracht und anschließend mit einem nassen Quast oder Malerpinsel verstrichen werden. Wie weit der Putz dazu bereits angezogen sein musste oder ob der Quast nur feucht oder tropfnass sein musste, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Also blieb mir nichts übrig, als es einfach auszuprobieren.

Damit der sandige Grundputz etwas verfestigt wird und dem Deckputz nicht sofort sämtliche Feuchtigkeit entzieht und um die Unterschiede in der Saugfähigkeit zwischen altem und neuen Grundputz etwas zu egalisieren, habe ich mich schweren Herzens für einen Tiefengrund entschieden. Gerne mache ich das nicht, da der Tiefengrund zwangsweise die Diffusionsoffenheit beeinträchtigt. Sopro gibt das LFT 848 zwar als dampfdurchlässig an, doch ich bin so sparsam wie möglich damit umgegangen.

Da die Fläche relativ groß ist und ich keine Ahnung hatte, ob der Putz länger anziehen muss und wie lange ich dafür brauche, habe ich die Fläche in zwei Hälften aufgeteilt. Die Naht wird genau hinter der Wange der Dachbodentreppe liegen und somit später nicht mehr sichtbar sein.

Den Putz habe ich mit einer Kartätsche etwa 5 Millimeter dick aufgetragen. Direkt nach dem Auftrag habe ich mit dem Verstreichen begonnen. Dazu habe ich einen Tapezierpinsel genommen, in Wasser getunkt und etwas ausgeschüttelt. Gestrichen wird in willkürlichen kreisförmigen Bewegungen. Je mehr man auf einer Stelle streicht, desto stärker wird der Putz wieder verflüssigt und man bekommt die typischen Wellenmuster. Die Feuchtigkeit lässt sich dabei sehr gut durch die Pinselhaltung regulieren: Zeigen die Borsten nach oben, streicht man trocken. Zeigen sie nach unten, läuft das Wasser an den Borsten runter und wird verstrichen.

Mit der Welligkeit war ich schon sehr schnell zufrieden. Einzig die relativ starken Pinselstriche gefielen mir nicht so recht, doch das ließ sich relativ leicht wieder korrigieren: Nachdem die Oberfläche wieder etwas angezogen hat, fährt man noch einmal ganz sanft mit flachem Pinsel drüber und glättet somit die Struktur. Mit etwas Gefühl kann man so die Strukturstärke perfekt dosieren. Auch übermäßig auffällige Wellen lassen sich leicht mit einer kleinen Kelle wieder glätten, so dass man am Ende eigentlich nichts wirklich falsch machen kann. Selbst der Ansatz zwischen den beiden Hälften lässt sich nur noch erahnen.

Das Ergebnis hat uns beide voll überzeugt. Genau so hatte ich es mir vorgestellt und auch Simone gefällt es sehr gut. Wenn die Wand jetzt noch strahlend weiß ist, kriege ich das Grinsen vermutlich gar nicht mehr aus dem Gesicht. Ich würde am liebsten gleich weiter verputzen, doch zuvor müssen die Türrahmen wieder rein.

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