Treppensanierung (Teil 1)
Vor einiger Zeit hatten wir den alten Treppenbelag bereits runtergerissen, wodurch die ohnehin kurzen Stufen nochmal um etwa 3 Zentimeter kürzer wurden. Was macht man aber, wenn man Besuch erwartet, der Schuhgröße 48 und mehr hat? Der kommt die Treppe doch niemals mehr runter.Schritt 1 musste nicht lange überlegt werden: Die Treppe musste erst einmal von den alten Lasur-Resten befreit werden. Das ging relativ schnell mit einem Exzenterschleifer und einem Deltaschleifer-Aufsatz auf dem Multimaster. Wenige Stunden später ließ sich der Gesamtzustand begutachten:
- Die grob abgesägten Kanten müssen begradigt werden
- Die Trittstufen sind so wellig, dass man eine neue Holzschicht nicht einfach aufkleben kann
- Die Setzstufen sehen auch nicht mehr besonders schön aus und müssen verblendet werden
Also machen wir uns daran, die Kanten so zu überarbeiten, dass man wieder eine neue Kante anleimen kann: Das Sägen die falsche Methode ist, hatte man ja schon bewiesen. Ich habe mich daher für die Oberfräse entschieden. Eine 80 cm Führungsschiene passt natürlich gerade so nicht zwischen die Wangen. Wie sich später herausstellt, ist das aber auch gar nicht schlimm, denn wegen der krummen und welligen Stufen braucht man eine verwindungssteife Führung für die Oberfräse.
Diese habe ich kurzerhand aus einigen Resten Siebdruckplatte hergestellt. Aus einem weiteren Stück Siebdruckplatte habe ich der Fräse dann noch einen Anschlag gefertigt, damit ich sie in einem festen Winkel an dem Anschlag entlangführen kann.



Die nächsten Stunden habe ich dann damit verbracht, eine ordentliche Menge Späne zu produzieren. Am Ende hatte ich dann präzise und rechtwinklige Kanten bis etwa 5 Zentimeter vor den Wangen. Dichter bin ich mit der Oberfräse nicht rangekommen. Damit habe ich aber zumindest schon mal die größtmögliche ordentliche Leimfläche geschaffen.
Die restlichen Zentimeter werden später noch bearbeitet: Die in den Wangen eingeschobenen Endstücke der alten Kante werden mit dem Stechbeitel entfernt. Da die Stufen etwa 2 Zentimeter tief in den Wangen sitzen, lässt sich eine neue Kante später zumindest beidseitig einen Zentimeter, also halb so tief einschieben. Die restliche Kante versuche ich mit dem Beitel möglichst gerade abzunehmen.


Bis dahin muss aber erstmal ein Provisorium angebracht werden. Zum einen, damit unser Besuch mit Schuhgröße 48+ auch sicher wieder runter kommt und zum anderen, damit die sauber gefräste Kante nicht wieder beschädigt wird. Dazu habe ich aus Holzresten passende Kanthölzer gefertigt und an den Kanten verschraubt. Damit ist die Treppe vorerst wieder normal begehbar und ich kann mich in Ruhe um die Fertigung der neuen Kanten, Beläge und Blenden kümmern.
